
Acrylglas, Acrylglaszuschnitte, zuschneiden, Acrylglas verarbeiten
Der Fachbegriff für Acrylglas lautet Polymethylmethacrylat, die Kurzfassung lautet PMMA und Acrylglas ist somit einer der umgangssprachlichen Begriffe. Weitere Begriffe, die umgangssprachlich genutzt werden, sind Begriffe wie Plexiglas oder O-Glas. Es handelt sich hierbei um kein originales Glas, sondern um einen glasähnlichen Kunststoff. Acrylglas ist jedoch eher unter dem Namen Plexiglas bekannt. Acrylglas wurde 1928 entwickelt und 1935 auf den Markt gebracht. 1939 wurden die ersten Kontaktlinsen aus Acrylglas gefertigt und in der Medizin wurde der Stoff oft genutzt. Hier wurden beispielsweise Knochenteile, die ersetzt werden müssen, mit PMMA verstärkt.
Acrylglas besteht aus ineinander verflochtenen Polymerketten, das heißt vereinfacht gesagt, dass sich durch verschiedene Reaktionen diese Ketten bilden, die dann das PMMA bilden. Wenn man PMMA verbrennt, kommt es zu einem süßlichen Geruch und es bilden sich keinerlei Rückstände. Die Flamme, die zu sehen ist, scheint gelblich. Man kann Acrylglas leicht formen, wenn man es zuvor auf 100° C erhitzt. Wenn man die Form erhalten will, kühlt man es durch Wasser ab. Man hat die Möglichkeit PMMA mit einem CO2-Laser zu schneiden oder zu gravieren, und es ist sehr gut möglich, es mit anderen Dingen zu verkleben oder zu verschweißen.
Ein weiter Punkt, der das Acrylglas ausmacht, ist die Tatsache, dass es obwohl es eigentlich ein Kunststoff ist, sehr unempfindlich gegenüber Kratzern ist. Ebenfalls können Säuren und Laugen, so lange diese nicht in einer sehr hohen Konzentration vorkommen, sowie Benzin und Öl dem Acrylglas nichts anhaben, Alkohol, Benzol und Aceton gegenüber ist es jedoch nicht beständig, es wird hierdurch erheblich angegriffen. Daneben ist auffällig, dass es durchaus witterungsbeständig ist und es in der Regel so gut wie nie anfängt von alleine zu altern. Drei weitere Merkmale von Acrylglas sind zum ersten die Wärmeleitfähigkeit von 0,19 W/mk, dann die spezifische Wärme von 1,47 J/gk und als drittes die Brechzahl von 1,492. PMMA ist darüberhinaus sehr elastisch und schlagfest und es ist zu erwähnen, dass es beim Schlagen auf das Material keinen blechernen Ton erzeugt.
Auffällig bei Acrylglas ist ebenfalls und sehr erwähnenswert, dass es das Licht auffallend besser reflektiert als andere Glase. Heutzutage wird Acrylglas in ganz vielen verschiedenen Bereichen genutzt. Natürlich kann man es anstelle von Glas in Fenster einsetzen, was den Vorteil hat, dass es nahes UV-Licht nicht durch lässt.
Auch heute werden natürlich genau wie früher weiterhin Kontaktlinsen und Brillengläser aus dem Stoff gefertigt. Und es ist heutzutage schon soweit gekommen, dass PMMA aus der Medizin schon nicht mehr weg zu denken ist, wobei hier der Schwerpunkt ganz eindeutig in der Zahnmedizin liegt, da es sich sehr schön anbietet es zum fertigen von Protesen beispielsweise zu nutzen.
Aber es ist wirklich erstaunlich, und erwähnenswert, in wie vielen Bereichen des alltäglichen Lebens Acrylglas vorkommt. Bereits eine Menge von Haushaltsgeräten werden daraus gefertigt, hier ist ein Handydisplay oder in der Küche das Salatbesteck zu erwähnen. Auch im Auto kommt es vor, denn die Abdeckungen der Lichter bestehen aus dem Stoff. Treibhäuser werden aus PMMA gefertigt. Und im gesamten Bauwesen spielt es eine große Rolle, so werden unter anderem Industriefußböden, Sanitärbauteile wie Badewannen und auch vereinzelt Möbel hergestellt.