
Acrylglaszuschnitte
Zum Bearbeiten von Acrylglas stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. In der Industrie wird es vorwiegend per CO2 Laser geschnitten. Die Schnittkanten werden glatt, können aber eine leichte Welligkeit oder Riefen aufweisen. Die Schnittränder sind üblicherweise glatt, da sie leicht an geschmolzen sind. Ähnlich Resultate liefert das Zerschneiden mittels Wasserstrahl. Auch hier sind die Schnittkanten geringfügig wellig. Acrylglas kann bis etwa 40mm Stärke gelasert oder per Wasserstrahl geschnitten werden.
Es kann aber ebenso gefräst oder auch gesägt werden. Zum Sägen können Pendelhub- Band- und auch Kreissägen verwendet werden. Eine Schrägverzahnung der Sägeblätter fördert das Ausbrechen der Kanten und ist nicht empfehlenswert. Um Kantenbrüche zu vermeiden muss mit einer hohen Schnittgeschwindigkeit und mittlerem, gleichmäßigem Vorschub gearbeitet werden. Das Werkzeug sollte möglichst scharf sein um Reibung zu verringern und hohe Oberflächengüten zu erreichen. Durch die hohe Schnittgeschwindigkeit erwärmt sich das Acrylglas, was zu einer erheblich größeren Reibung zwischen Werkzeug und Werkstück führt. Ist die Wärme zu groß, wird das Acrylglas weich und die Reibung steigt erheblich. Das führt zu einem Festsetzen des Werkzeuges im Werkstück. Die kann zur Zerstörung von Werkstück und ebenso Werkzeug führen. Daher muss bei einer zerspanenden Bearbeitung, durch Zufuhr von Wasser oder Emulsion, eine ausreichende Kühlung, wie auch Schmierung gewährleistet werden, um ein gutes Resultat zu erzielen. Da Acrylglas biegsam ist, sollte es gut eingespannt sein und flach aufliegen. Ein Schwingen des Werkstückes ist sonst nicht ausgeschlossen und führt zu schlechten Ergebnissen. Unter Beachtung dieser Punkte lässt sich Acrylglas hervorragend sauber und ebenso maß genau verarbeiten.
Wenn die Kantenqualität und Passgenauigkeit keine Rolle spielt, ist das Brechen nach vorherigem Anritzen eine einfache Bearbeitungsmethode. Das Werkstück sollte ausreichend tief angeritzt und dann über einer Tischkante gebrochen werden. In jedem Falle können die Kantenbrüche nachgeschliffen und anschließend poliert werden.
Dazu sollte erst grob vorgeschliffen werden. Je nach gegebener Oberfläche wird hierzu im ersten Schleifgang eine Körnung von 60 bis 120 gewählt. Im zweiten Schliff sollte eine Körnung von 240 gewählt werden Der Feinschliff sollte nass mit einer Körnung 600 bis 800 getätigt werden.
Möchte man eine glänzende und durchsichtige Oberfläche erzielen, kann man das Acrylglas polieren. Dabei ist darauf zu achten, weiches Polierfließ zu verwenden
Das Poliermittel darf das Acrylglas nicht an lösen. Es wäre besonders ärgerlich, wenn das Werkstück im letzten Arbeitsgang beschädigt werden würde. Für Acrylglas sind spezielle Polituren auf dem Markt erhältlich. Wenn Unsicherheit besteht, sollte die Politur auf einem Reststück getestet werden.
Die Schutzfolie wird erst nach dem letztendlich Arbeitsgang entfernt.